„Weihnachtsstube“ VOR dem Bauwagen - viele Menschen auf den Szeneplätzen – besondere Begegnungen

Viele wissen es ja: Aufgrund des Lockdowns konnte die Einsatzwoche „Christmas in the City“ nicht wie ursprünglich geplant stattfinden. Trotzdem hat es mehrere Einsätze und ein ganz anderes besonderes Weihnachtsfest am Bauwagen gegeben:

In den Tagen vor Heiligabend haben sich verstärkt interne Mitarbeiter des Neuen Landes auf den Weg gemacht, um an verschiedenen Szene­plätzen und Treffpunkten Menschen aus der Sucht- und Obdach­losenszene zu begegnen. Teilweise waren diese Orte sehr voll. Monika H. (Sozialarbeiterin im „SOS-Bistro und mehr“) berichtete, dass es neben der Freude über warme Getränke und selbstgebackene Kekse auch mehr Offenheit für längere und tiefergehende Gespräche gab. Dadurch konnten auch weiterführende Beratungstermine vereinbart werden.

Szeneeinsatz am Schwarzen Bär

Trotzdem ist die Atmosphäre an vielen Szeneplätzen schwer und ernüchternd. Betroffene liegen oder sitzen auf dem Boden, der mit Müll überfüllt ist, es regnet, das Wetter ist trüb und die Verzweiflung groß. Mitarbeiter, die schon viele Monate oder Jahre dabei sind, berichten davon, wie anstrengend die Szene­einsätze oft sind, weil das Elend so groß und „greifbar“ ist.

Matthias J. aus Süddeutschland war auch in diesem Jahr wieder mit uns unterwegs. Er war der Einzige, dem wir das erlaubt haben. Er ist von Beruf Bauleiter und seit Jahren treu mit dabei. Was motiviert ihn? Er ist fasziniert und berührt von den Menschen, die er trifft. So viele sind in seinen Augen intelligent, begabt und wertvoll. Sie haben einen Schicksalsschlag erlebt, den ihn genauso hätte treffen können. Da ist z.B. ein junger Mann, im gleichen Alter wie Matthias, der mit Drogen aufgewachsen ist. Seit Jahren trifft ihn Matthias auf der Szene und nimmt sich Zeit für ihn. Auch wenn manchmal scheinbar wenig passiert, sind diese Begegnungen nie umsonst!

Szeneeinsatz am Stellwerk 2

Es wurden wieder viele Geschenke gepackt, die wir sortiert und an mehreren Tagen verteilt haben. Alle haben sich gefreut!

Die Weihnachtsfeier am 24.12.2020 war VOR dem Bauwagen mit Heizpilzen, Tannenbäumen, vielen Lichterketten, Livemusik und einem großen Banner mit den Worten aus Jesaja 9,1: „Für alle, die im Land der Finsternis wohnen, leuchtet ein Licht auf!“ Es gab heiße Getränke, frische Würstchen vom Grill und jede Menge Salate. Als „Weih-nachtsstube“ wurde diese Veranstaltung von der Stadt Hannover finanziell unterstützt und auch in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung beschrieben.

Weihnachtsstube vor dem Bauwagen

Über 100 Betroffene sind im Laufe des Abends gekommen und haben sich gefreut, dass sie auch bleiben durften. Positiv überrascht waren wir über die friedliche und hoffnungsvolle Atmosphäre und wir hatten ausreichend Zeit für gute Begegnungen. Wir durften etwas von dem weitergeben, was die eigentliche Weihnachtsbotschaft ausmacht: In das Dunkel und die Katastrophen ist Jesus Christus als Licht in diese Welt gekommen. Ehemals drogenabhängige Mitarbeiter waren mit dabei, haben aus ihrem persönlichen Leben berichtet und so bezeugt, dass ein Ausstieg aus der Sucht möglich ist. Das ist für alle Mitarbeiter und Betroffene eine große Ermutigung.

Salate und Würstchen

Während der Weihnachtsfeier kam ein Mann aus Hannover auf mich zu. Er ging die Straße entlang und hat uns gesehen und war bewegt über das, was er sah. Nachdem er sich bei mir erkundigt hatte, was wir da machen, rannte er zur Sparkasse und übergab uns eine Spende. Außerdem würde er gerne ehrenamtlich mitarbeiten. Das hat mich wiederum tief bewegt. Gott ist gut!

Livemusik mit Weihnachtsliedern

Wir möchten allen DANKE sagen, die diese Tage mit unterstützt haben.

Danke für Eure Gebete, Spenden, Geschenke und danke an alle Mitarbeiter, die mit unterwegs gewesen sind.

Michael Lenzen

 

Geschenke werden auch in Braunschweig verteilt

Auch in der Drogenszene Braunschweig wurden Geschenke verteilt.